Eine Horde Römer taucht im Finowtal
auf. In der falschen Zeit und am falschen Ort hinterlegen
sie lediglich eine Kugelamphore ordnungsgemäß
für die Bodendenkmalpflege und verpissen sich wieder.
1176
Die sächsischen Adligen ziehen hier gegen die Westslawen
zu Felde und merken erst zu spät, daß hier
gar nichts zu holen ist.
1254
Markgraf Johann I. vereinigt Jacobsdorf und Eversberg
zu Everswolde, weil ihm sein Medizinmann die Barnimkarten
verkehrtherum hingelegt hat. So gab es Eberswalde schon
lange, bevor hier der erste Mensch anlangte, während
Klobbicke und Tuchen nie richtich wichtich wurden.
1276
Eine Gruppe noch nicht Einheimischer rettet sich auf der
Flucht vor der Domestizierung durch eine Horde noch wild
wachsender Mönche an einer Furt durch den Schlamm
der Finow an deren Südufer. An den Gummi-stiefeln
klebt so viel Modder, daß sie nich mehr weiter-können
und Eberswalde gründen müssen.
1276, am Tag danach
Den bis zu diesem Tage nomadisierend lebenden Ackerbauern
wird der dialektische Widerspruch bewußt, daß
Ackerbauern nicht nomadisierend leben können und
packen ihrn mitgebrachten Acker ausm Koffer und fangen
an rumzusiedeln. Alles wird auf die Frauen geschoben und
das Matriarchat in einer dringlichen Sitzung des Ausschusses
abberufen.
1317
Der Markgraf verleiht Eberswalde das Privileg der Warenniederlage
auf jeweils drei Tage, woraufhin die Berliner sauer sind,
weil die Apfelsinen, die hier drei Tage lang aufm Maakt
rumgelegen haben, dort völlig ange-schimmelt ankommen.
1333
Die Eberswalder sind sauer auf ihren Grafen und reißen
dem während des Essens die Burg ab.
1348
Unter großem Hallo wird in Eberswalde neben dem
Echten Waldemar vorsichtshalber auch der Falsche Waldemar
als Herr der Mark anerkannt.
1377
Bernd der Feilscher verfeilscht die Stadt als Zugabe beim
Verkauf einer Flasche an Friedrich Eisenzahn, den Grafen
mit der knauserigen Krankenversicherung.
1378
Bernd der Mißratene wird als Glücksbringer
im Fundament des neuen Rathauses akkurat und lebendig
mit eingemauert.
1379
Bernd die Flasche wird schon als Kleinkind in der Pension
»Zum Reiher« von einem Bierfaß überrollt.
1404
Der steife Herbert fordert den Eroberer, Raubritter Diederich
von Quitzow, zu einem Kochduell heraus und gewinnt. Diederich
muß 6 Wochen lang Eberswalder Klöpschen essen.
1635
Als Wallenstein auf seinem Feldzug eben vorbeischaute,
hatte der nächtens in der Pension »Zum Reiher«
eine seiner berühmten Eberswalder Visionen und glaubte
am nächsten Tage, Finanzminister zu sein. Er führte
gleich die Kopfsteuer ein und nahm auch alle Köpfe
mit.
1650
Die Eberswalder tauschen ihren Bürgermeister Lorenz
Krüger in Joachimsthal gegen einen Sack Nüsse
und ein taubes Huhn. Von da an ging es dort bergab.
1652
Heegermühle hat 10 Bauern als Einwohner. Das Rückspiel
muß leider abgesagt werden.
1693
Bernd der Mißratene hat sich irgendwie freigebuddelt.
Am nächsten Tag fällt das Rathaus zusammen.
Die Zunftmeister weigern sich, Bernd den Mißratenen
noch einmal als Glücksbringer einzumauern.
1763
Das mit Fördermitteln hochgepushte Tuchmacherhandwerk
bricht zusammen, weil ohne Busse Rentner auch keine Einkaufsfahrten
nach Eberswalde unternehmen können.
1809
Die Eberswalder Stadtverordnetenversammlung wird als großer
Ausschuß eingeführt. 1999 sind die ersten Eberswalder
dann aber überzeugt, daß der eine oder andere
Abgeordnete lang genug amtiert hat.
»1991 findet man einen neuen Goldschatz,
die Kacke und gründet den ZWA«
1842
Auf der neuen Eisenbahnlinie Berlin-Eberswalde ist das
Blumen pflücken während der Fahrt verboten.
1848
Der Schuhmacher Klein singt auf der Straße »Es
lebe die Republik !«, mußte aber vor Gericht
einsehen, daß er völlig schief lag.
1872
Im Versammlungslokal »Grüne Wiese« wird
die erste sozialdemokratische Versammlung in Eberswalde
durchgeführt. Der Versammlungsleiter muß mit
Alkoholver-giftung abberufen werden.
1873
Zum ersten Mal streiken in Eberswalde die Maurer. Nach
14 Tagen war der Mörtel hart.
1897
Massenschlägerei mit August Bebel im Lokal »Zur
Mühle«.
1901
Die ersten Sozialdemokraten ziehen in das Stadtparla-ment
ein und weigern sich bis heute, dieses wieder zu verlassen.
1905
August Bebel hat noch nicht genug und spricht im Siechenheim
Eichwerderstraße über die Rolle der Bedeutung.
1923
Ein Ei kostet 450 DM. Dafür bekäme man heute
750 Einwegeierlöffel.
1945
Ein Aktionsausschuß von KPD und SPD für Eberswalde
wird gebildet, der die sofortige Schulungsarbeit auf-nimmt.
1951
RFT baut kostenlos Tonsäulen für die Verstärkung
des Betriebsfunks im VEB Kranbau auf. Die Kolleginnen
und Kollegen des Konsums und der HO gehen nachts mit Bauchläden
unmittelbar an die Arbeitsstellen.
1952
Zu Ehren der Kreisdelegiertenkonferenz der SED verpflichten
sich die Dreher der Abteilung Zerspanung des VEB Kranbau,
die Laufzeit ihrer Maschinen durch persönliche Pflege
nach dem Vorbild von Nina Nasarowa zwischen den Generalreparaturen
von 20 000 auf 25 000 Stunden zu erhöhen.
1952
Die Kranelektriker kritisieren, daß der Kasten für
das Einwerfen von Verbesserungsvorschlägen in der
Halle 1 innerhalb von drei Wochen nicht geleert wurde.
1953
Die Aktion »Reicht der Stalldünger ?«
verpufft weitestgehend ungehört, da in Eberswalde
selbst sparsam gedüngt wird.
1954
Die Agitatoren des VEB Kranbau fahren gemeinsam mit dem
dramatischen Zirkel und der Schalmeienkapelle zum Landsonntag
nach Trampe.
1954
Zehn Belegschaftsangehörige des VEB Kranbau erklären
sich nach dem Aufruf der Partei: »Industriearbeiter
aufs Land« bereit, in der Landwirtschaft Funktionen
zu übernehmen, um die politische und fachliche Arbeit
auf dem Lande zu unterstützen.
1957
Die Kreisorganisation der GST führt ein Geländespiel
durch.
1958
Der stellvertretende FDJ-Sekretär Karl-Heinz Moldenhauer
kritisiert die fehlerhafte Arbeit der Vorzeichnerei für
den Laufkran Leuna II. Es mußten 180 Löcher
wieder zugeschweißt werden.
1963
Unter Führung der Partei erarbeiten sich die Genossen
des RAW »8. Mai« zu der Frage, in der gleichen
Zeit mit dem gleichen Geld eine höhere Produktion
zu erreichen, klare Standpunkte.
1972
Garibaldi ertrinkt in der Schwärze.
1973
Mit den Genossen an der Spitze führte das RAW »8.
Mai« den Kampf um jede Minute.
1989
Die Genossen an der Spitze des RAW »8. Mai«
haben den Kampf um jede Minute verloren.
1991
Als größtes Problem der vergangenen 1000 Jahre
wurden die viel zu kleinen Klärwerke erkannt. Die
Abgeordneten beschließen den Bau eines Klärwerks
für Nordeuropa.
1992
Zur Partnerstadt von Eberswalde wird Dödelhorst erklärt.
Eberswalde kann zu Schnäppchenkonditionen endlich
abgeschriebene Mülltonnen und Busse erwerben.
1995
Die Eberswalder machen bezüglich ihres Bürgermeisters
vom Umtauschrecht Gebrauch. Trotz noch nicht abgelaufener
Garantie hätte man von den Umtauschgebühren
auch ein U-Boot kaufen können.
1996
Das Eberswalder Kulturkaufhaus »konsument-penny-land«
öffnet am Markt seine Pforten.
1998
Die Spitze des Unternehmerverbandes weigert sich, ohne
sofortige Fördermittel weiterzuatmen.
1999
Das neue Bibliotheksgebäude erhält einen Architekturpreis
für dessen besonders gelungene Integration in das
architektonische Umfeld »Bummelmeile Fr.-Ebert-Straße«
durch die Planung der Notausgangstür am Giebel des
Baukörpers. Noch aufwendiger gestaltet ist das Gebäude
der Mensa der Fachhochschule: Deren Notausgang öffnet
direkt zur Bummelmeile.