Ewiges Genöle, lauthals empörte Proteste, Schreie
nach sozialer Gerechtigkeit und vieles mehr. Nichts echauffiert
den faulen Sozialschmarotzer heute mehr als Hartz IV und
insbesondere die angepriesenen 1 € Jobs. Da wird der
Gesellschaft alles zwischen Vögelchen und gewachsenem
Stinkefinger gezeigt. Jeder der jahrelang seinen müden,
arbeitslosen Arsch nicht vor 10 Uhr hoch bekam, kann nun
plötzlich um 6 aufstehen, um pünktlich zu jeder
Montagsdemo auf der Matte zu stehen, während er die
letzten 6 Jahre und mehr den Weg zum Arbeitsamt bisher kaum
mit Navigationssystem im staatlich gesponsorten
BMW fand. Dass aber die 1 € Jobs auch ein wirkliches
Schnäppchen sein können, soll einmal kurz an dieser
Stelle anhand von Beispielen erläutert werden.
Vorweg, jeder kann sich mit 1€ Jobs nicht nur über
Wasser halten, sondern dumm und schmutzig verdienen. Es
ist alles lediglich eine Frage des rechten Timings, ein
wenig Grips und vielleicht auch ein wenig Vitamin B. Natürlich
ist der Wessi hier marginal im Vorteil, weil er gegenüber
dem armen Ossi schon immer einfacher an Vitamine kam. Nach
15 jährigem Durchfressen, sollte aber nun auch der
sturste
Ossi nahezu mit dem wohlgenährtesten Wessi gleichauf
liegen und damit eine annähernde Chancengleichheit
im hart umkämpften 1 Jobmarkt haben.
Nehmen wir ein Beispiel. Wir von ZYN! haben ein Interview
mit dem (bis vor kurzem) Langzeitarbeitslosen Marco P. aus
Zwickau geführt. Marco war ursprünglich bei der
Volksarmee und hatte danach einige Gelegenheitsjobs als
Personen-schützer. Mit seinen 50 Jahren gilt er traditionell
als besonders schwer vermittelbar.
ZYN!: "Marco, was machst du jetzt beruflich ?"
Marco: "Nun, ich bin vor kurzem vom Arbeitsamt in Zwickau
angerufen worden und man bot mir einen 1 Job als Totengräber
auf dem Zwickauer Zentralfriedhof an. Zuerst war ich natürlich
dagegen, weil ich dafür schon um 7 Uhr aufstehen und
bei jedem Wind und Wetter raus muss."
ZYN!: "Was hat dich also dennoch bewogen, diesen entbehrungsreichen
Job anzunehmen, zumal 1 ja eine wirklich magere Bezahlung
für diese (hähä) Knochenarbeit ist ?"
Marco: "Zuerst durfte ich ja eine Art Schnupperkurs
in der
Leichenhalle und auf dem Friedhofsgelände machen. Das
erschien mir anfangs echt frustrierend, aber da wir Zwickauer
ja ordentlich was auf dem Kasten haben, habe ich direkt
erkannt, dass es doch auch sehr lukrativ sein kann."
ZYN!: "Inwiefern ?"
Marco: "Das was ich jetzt sage, bringt ihr aber nicht
im Interview, oder ?"
ZYN!: "Natürlich nicht, Marco." (Aus guter
Tradition wussten wir
natürlich, dass sich selbst der schlaueste Ossi leicht
an der Nase herumführen lässt, und so ließen
wir ihn in dem Glauben)
Marco: "Also, viele der Tätigkeiten als Totengräber
muss man alleine oder nur mit einem Kollegen verrichten.
Gerade, wenn man Verstorbene der Verbrennung zuführt,
sie in den Kühlfächern bunkert oder manchmal wieder
ausbuddeln muss, hat sich schon so manches Schmuckstück
gefunden."
ZYN!(irritiert): "Wie jetzt?"
Marco: "Ich sag doch, wir Zwickauer sind ein schlaues
Völkchen. Was denkt ihr wieviel Leichen noch Schmuck
insbesondere Intimschmuck tragen. Das wäre doch zu
schade, wenn sowas verloren geht. Jeder nimmt was er bekommen
kann. Ich habe neulich einen Brilli bei einem Nippelpiercing
gefunden, den ich natürlich sofort eingesackt habe.
An
praktisch jeder Ecke in Zwickau gibt es Pfandhäuser
und so verdient man sich ein mehr als ordentliches Zubrot.
Wir Zwickauer sind helle Köpfchen oder?"
ZYN!(desillusioniert): "Aber meinst du nicht Marco,
dass du damit die Ruhe der Toten störst?"
Marco: "Ei verbibscht, nein. Wenn man tot ist, merkt
man nichts mehr und niemand, am wenigsten die Toten, merken
den Verlust eines Schmuckstücks. Zahngold ist aber
noch unauffälliger. Manchmal kommt es auch vor, dass
wir echt hübsche tote Frauen angeliefert bekommen oder
welche Ausbuddeln, die noch nicht ganz verwest sind und
dann ... ihr druckt das ganz bestimmt nicht ab ?" ZYN!(energisch):
"Nein, sei dir ganz gewiß, Marco." (Manche
Ossis sind wirklich mißtrauisch)
Marco: "Also wo war ich ?"
ZYN!(gespannt): ".... ihr buddelt hübsche, tote
Frauen aus oder
bekommt welche angeliefert ..."
Marco: "Ach ja genau, und weil wir Zwickauer ja schlau
sind, hab ich mir gedacht, warum nicht nochmal drübersteigen
über die Mäusken?"
ZYN!(angewidert): "Du meinst, ääh du vergehst
dich sexuell an den Toten? Du weisst aber, dass sowas strafbar
ist und Nekrophilie ist eine wirklich äußerst
geächtete Tat."
Marco: "Wir Zwickauer sind doch schlau. Welche der
Toten könnte denn noch etwas ausplaudern? Ausserdem
ist ein klarer Vorteil, dass man keinen Gummi nehmen muss,
weil ja Tote nicht mehr dicke werden können. Manchmal
ist es zwar aufgrund der Leichenstarre schwer einzudringen,
aber dann muss man eben ein wenig nachhelfen. Im Grunde
ist das kaum anders als mit meiner verstorbenen Frau. Sie
war auch bis an das Ende ihrer Tage frigide. Wollt ihr noch
genauer wissen, wie man es am besten mit den toten Frauen
dann macht ?"
ZYN!(angeekelt): "Nein, vielen Dank Marco. Danke für
das Interview." Wie aus obigem Kurzinterview zu erkennen,
erfordert es nur einen winzigen Funken Pioniergeist und
ein wenig innovatioves Denken und Handeln, um zu neuen lukrativen
Ufern aufzubrechen. Natürlich ist Marco nur ein Beispiel
von vielen. Es steht hierbei außer Frage, dass es
natürlich weiterhin "offiziell" ein reiner
1 Job ist, aus dem Marco das Beste gemacht hat. So kann
es aber vielen gehen, die Marco mit dieser oder einer anderen
Idee nacheifern wollen. In einem nicht abgedrucktem Teil
des Interviews verriet uns Marco übrigens noch, dass
er bald soviel Geld beisammen haben wird, dass er plant,
eine Bestattungs-Ich AG aufzumachen. Aber noch nicht genug
damit, nein. Wir möchten natürlich auch ein typisch
westdeutsches Beispiel für einen erträglich-ertragreichen
1€ Job aufzeigen. Unser Ziel soll es hier sein, dass
möglichst transparent dargelegt wird, dass eine echte
Chancengleichheit für Ossis und Wessis herrscht. So
haben wir uns auf die Suche im tiefsten Ruhrpott gemacht,
wo die Arbeitslosigkeit seit je her sehr groß ist.
Sehr schnell wurden wir auch hier fündig. Das folgende
Interview haben wir geführt mit Uschi, 42 Jahre alt,
ebenfalls Langzeitarbeitslose, geschieden mit 4 Kindern.
ZYN!: "Uschi, hier in Duisburch-Rheinhausen isset ja
auch schwer Arbeit zu bekommen. Wat machste jetzt zur Zeit?"
Uschi: "Also, isch hab neulisch vonnem Arbeitsamt ne
Info bekommen, dat isch auf 1€ Basis ersma innem schnuckelijen
Privatclub malochen könnt. Isch wusst natürlisch
nit um wat et da jenau jeht, aber isch hann ma rinnjeschnuppert."
ZYN!: "Ja und Uschi, wat isset jenau? Spann uns doch
nit so uffe Folter."
Uschi: "Also, mein Ex, der Manni, hat immer jesacht,
wenn du sowat machs, dann bringt er misch um. Wenn der Manni
noch mein Freund wär, könnt isch dat auch janisch
tun. Achso, ihr wolltet wissen worum et jeht, oder ?"
ZYN!(fingertippelnd): "Jahaaaaa."
Uschi: "Im Jrunde hängen de anderen Mädels
und isch da auffe Sofas rum und warten wat so passiert.
Wenn da mal'n Typ rinnkütt, dann würfeln mer uss,
wer von uns sisch an den Magga ranmachen soll. Manschmal
sucht er sisch auch selber eene von uns raus. Da hann isch
janz jute Schongsen, weil die meisten Typen auf meine dicken
Möpse stehen. Mögt
ihr Jungs doch auch, oda ?" (hebt ihr Sweatshirt an)
ZYN!(verwirrt): "Ja Uschi, schön schön,
aber iss dat nich nen bisken viel wat du da für so'n
1€ Job machst ?" Uschi: "Man Jungs, ihr seid
aber auch ma auffen Kopp gefallen, oda ? Natürlisch
jeht da auch viel mehr, wenn isch mir so einen Magga mit
uff's Zimmer schlepp. Der Dieter, der die janze Kohle von
uns Mädels ersma einkassiert, issja schliesslisch nit
mit uffem Zimmer. Wenn der alle meine Kohle kriejen
würd, dann würd isch ja wirklisch für 1€
poppen, wat dat Zeuch hält. Dat wär wirklisch
scheisse."
ZYN!(sprachgeschädigt): "Ja aber Uschi, dat kost
doch auch 'n bisken Überwindung einfach so fremde Kerle
zu, na du weisst schon, und vor allem, wie krisste die Kohle
am Dieter vorbei ?"
Uschi: "Ihr Jungs meint, die verschiedensten Typen
zu poppen
Eijentlisch nit, weil isch schon immer rescht aufjeschlossen
war oder denkt ihr, dat meine Kiddies vom Storsch jebracht
worden sind ?"
ZYN!: "Nee natürlisch nit Uschi, aber ..."
Uschi (fällt ins Wort): " ... weil dat wildfremde
Kerle sind, oder wat ? Eijentlisch auch nit, Jungs. Dat
iss doch bei eusch Jungs nit anders. Ab und zu mal ne andere
Olle poppen macht eusch doch auch Spaß, oda ? Ausserdem
war isch ja früher ma Bäckerin. Da hann isch immer
wat innen Ofen jeschoben und jezze schieb isch mir täglisch
wat inne Röhre. Iss im Jrunde nix anneres. Achja wejen
dem Dieter. Der Dieter hat jesacht, dat wir dat ja immer
mit Jummi machen sollen. Wenn mans aber ohne Jummi macht,
dann merkt dat der Dieter erstens nisch
und zweitens bringt mir dat viel mehr Kohle ein. Die schmuggel
isch mir dann zusammenjerollt innem kleenen Bündel
im Po raus."
ZYN!(neugierig): "Du meins, dat du dir paar Hunnis
zusammendrehst und sie dir in die Rosette schiebst?"
Uschi(strahlend): "Jenau Jungs, nu habt ihr et auch
jeschnallt. Mitte Jahre jeht da janz schön viel rinn.
Die Jungs vom Arbeitsamt denken übrijens bis heute,
dat isch dat für'n Euro mach. Wenn die natürlisch
vorbeikommen täten, um misch zu testen oda so, dann
müsst isch et
wirklisch mal für'n Euro machen. Tarnung iss alles,
wa Jungs ?"
ZYN!(nickend): "Ja Uschi, vielen Dank für et Interview."
Nachdem wir von ZYN! unsere leichten sprachlichen Unzulänglichkeiten
wieder unter Kontrolle hatten, stellten wir auch hier fest,
dass Ideenreichtum belohnt wird. De Uschi, pardon, die Uschi
hat für sich auch das beste aus einem "offiziellen"
1€ Job gemacht. Es dürfte auch hier wieder einleuchtend
sein, dass diese Tätigkeit höchst lukrativ
sein kann, wenn man auch selber bereit ist, ein wenig Engagement
mitzubringen und etwas an Einsatz zu investieren. Das Gute
an Uschis Beispiel ist natürlich auch, dass sie wie
aus ihrer Arbeitslosenzeit gewohnt und typisch, lange ausschlafen
kann und erst Abends ein paar
Stunden ihrem neuen Job nachgehen kann. Das lässt sich,
so sagte uns Uschi, auch gut mit ihren Kindern, die dann
schon schlafen vereinbaren. Wir haben jede Menge weiterer
Interviews geführt, wollen uns aber auf
diese 2 Exempel beschränken und damit aufzeigen, was
drin ist und was nicht, da doch beide vorig geschilderten
Fälle sehr markant aufzeigen, dass sehr wohl die 1
Jobs eine echte Alternative, wenn nicht mehr sind. Jeder
von euch, der solche Angebote erhält, sollte wirklich
genau prüfen, welche Chancen sich auftun können.
Es empfiehlt sich unbedingt, dass man ganz gleich welches
Angebot, immer bis in alle Ecken ausleuchtet. Vielleicht
seid auch ihr dann bald ein/e
glückliche/r 1 € Job Inhaber/in.